POL-OH: Verkehrssicherheitswochen: Regionaler Verkehrsdienst nimmt schwächere Verkehrsteilnehmer sowie Tuner, Raser und Poser in den Blick
Osthessen (ots) –
Fulda/ Großenlüder. Kinder, ältere Menschen sowie Menschen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Pedelec unterwegs sind, zählen zu den schwächeren Verkehrsteilnehmenden. Sie verfügen über keine schützende Karosserie und sind bei Verkehrsunfällen einem besonders hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Gegenseitige Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und eine angepasste Geschwindigkeit sind daher entscheidend für ihre Sicherheit.
Im Rahmen der derzeit stattfindenden Verkehrssicherheitswochen richtet der Regionale Verkehrsdienst Fulda sein Augenmerk insbesondere auf den Schutz dieser Personengruppen, die Sicherheit auf den Schulwegen sowie das Phänomen „Tuner, Raser und Poser“. Bei verschiedenen Kontrollen in den vergangenen Tagen stellten die Einsatzkräfte sowohl erfreuliche Entwicklungen als auch erhebliche Verstöße fest.
„Blitz für Kids“: Viele Rosen und grüne Karten in Niesig
Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Ottilienschule führte der Regionale Verkehrsdienst am Dienstag (18.08.) in Fulda-Niesig die Aktion „Blitz für Kids“ durch. Dabei überprüften die Einsatzkräfte die Geschwindigkeit von insgesamt 657 Fahrzeugen. 24 Verkehrsteilnehmende waren zu schnell unterwegs, ihre Verstöße lagen allesamt im Verwarnungsgeldbereich. Die Beanstandungsquote betrug damit erfreuliche vier Prozent.
Die Kinder beteiligten sich aktiv an der Aktion: Vorbildliche Verkehrsteilnehmende erhielten als Dankeschön eine Rose und eine grüne Karte. Wer zu schnell unterwegs war, bekam eine Zitrone und eine gelbe Karte überreicht. Erfreulicherweise konnten die Schülerinnen und Schüler deutlich mehr Rosen und grüne Karten als Zitronen und gelbe Karten verteilen.
„Die Schülerinnen und Schüler waren mit viel Eifer dabei und hatten sichtlich Freude daran, Rosen und grüne Karten zu verteilen. Auch die meisten Verkehrsteilnehmenden zeigten Verständnis für die Aktion. Die Ergebnisse machen aber deutlich, dass unsere Kontrollen vor den Schulen weiterhin wichtig sind. Deshalb werden wir auch in den kommenden Wochen regelmäßig vor Ort sein“, sagt der Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Fulda, Polizeihauptkommissar Carsten Sippel.
Das Ergebnis zeigt eine positive Entwicklung: Bei einer ersten Geschwindigkeitsmessung zum Schulstart am Dienstag (11.08.) hatte die Beanstandungsquote an gleicher Stelle noch bei besorgniserregenden 20 Prozent gelegen.
Deutlich weniger erfreulich fiel eine Kontrolle am Montag (17.08.) im Bereich der Von-Mengersen-Schule in Fulda-Johannesberg aus. Dort überschritten rund 15 Prozent der gemessenen Fahrzeugführenden die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Besonders negativ fiel der Fahrer eines BMW X6 auf, der bei erlaubten 30 km/h mit 83 km/h gemessen wurde. Nach Abzug der Toleranz erwarten ihn voraussichtlich ein Bußgeld in Höhe von 480 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister und ein einmonatiges Fahrverbot.
Manipuliertes Kleinkraftrad in Großenlüder sichergestellt
Auch die spezialisierte Kontrollgruppe des Regionalen Verkehrsdienstes mit dem Schwerpunkt „Tuner, Raser und Poser“ war im Einsatz. Am Mittwoch (12.08.) fiel zwei Beamten auf zivilen Polizeimotorrädern in der Gemeinde Großenlüder ein Kleinkraftrad der Marke Beta auf. Der Jugendliche war aus Richtung Unterbimbach kommend mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch Bimbach unterwegs.
Die Einsatzkräfte folgten dem Kleinkraftrad und dokumentierten die Fahrt mit der in den Polizeimotorrädern verbauten Videotechnik. Nach dem Ortsausgang in Richtung Großenlüder sollte der Fahrer kontrolliert werden. Als er die polizeilichen Anhaltesignale bemerkte, versuchte er zunächst, sich der Kontrolle über einen Feldweg zu entziehen. Die Beamten konnten den Jugendlichen jedoch kurz darauf sicher anhalten.
Bei der anschließenden Überprüfung stellten die Polizisten technische Veränderungen an dem Kleinkraftrad fest – unter anderem an der Auspuffanlage. Das mit einem Versicherungskennzeichen ausgestattete Fahrzeug wurde sichergestellt und wird nun durch einen Sachverständigen begutachtet.
Nach Rücksprache mit seinem Vater setzte der Jugendliche seinen Heimweg zu Fuß fort. Gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts des Fahrens ohne erforderliche Fahrerlaubnis ermittelt. Darüber hinaus können Kosten für die Sicherstellung, den Transport und die Begutachtung des Kleinkraftrades entstehen. Der Sachverhalt wird zudem der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde mitgeteilt, die mögliche Auswirkungen auf den späteren Erwerb einer Fahrerlaubnis in eigener Zuständigkeit prüft.
Die Polizei weist darauf hin: Technische Manipulationen an Fahrzeugen können zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und des Versicherungsschutzes führen. Überhöhte Geschwindigkeit und der Versuch, sich einer Kontrolle zu entziehen, gefährden nicht nur den Fahrer selbst, sondern auch unbeteiligte Verkehrsteilnehmende.
(Regionaler Verkehrsdienst Fulda)
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Quelle: ots
