POL-OF: Zivilcourage verdient Anerkennung – Polizeipräsidium Südosthessen ehrt couragierte Menschen

Offenbach (ots) –

(cl) Hinschauen, Verantwortung übernehmen und handeln, wenn andere Hilfe brauchen: Dreizehn Bürgerinnen und Bürger haben in unterschiedlichen Notsituationen besonderen Mut und Zivilcourage bewiesen. Für ihr couragiertes und entschlossenes Handeln ehrte das Polizeipräsidium Südosthessen sie am heutigen Abend im Rahmen einer feierlichen Belobigungsveranstaltung am Spessartring in Offenbach. Die Veranstaltung fand bewusst am bundesweiten „Tag der Zivilcourage“ statt, der seit 2015 jährlich am 19. September auf die Bedeutung von Zivilcourage aufmerksam macht.

Die den Ehrungen zugrunde liegenden Geschehnisse waren dabei so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Sie reichten von Situationen, in denen durch beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindert wurde, bis hin zu Momenten, in denen die Geehrten Mut und Entschlossenheit aufbringen mussten, um anderen Menschen zu helfen. Die persönlichen Schilderungen der Erlebnisse machten deutlich, dass ein Miteinander selbstverständlich sein sollte und Zivilcourage häufig in wenigen entscheidenden Augenblicken gefragt ist.

Die Veranstaltung war von großer Wertschätzung geprägt und für viele Anwesende ein bewegender, teils emotionaler Abend. Die Geehrten stehen stellvertretend für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Südosthessen, die hinsehen und handeln, wenn andere Hilfe benötigen, Verantwortung übernehmen und damit maßgeblich zur Sicherheit und zum gesellschaftlichen Miteinander beitragen.

Mit der regelmäßigen Belobigungsveranstaltung möchte das Polizeipräsidium Südosthessen die Bedeutung von Zivilcourage sichtbarer machen und zugleich zu einer Gesellschaft des Hinschauens und Handelns ermutigen. Denn Sicherheit ist nicht allein Aufgabe der Polizei. Sie lebt auch davon, dass Menschen füreinander einstehen, aufmerksam sind und in schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen.

„Die Erlebnisse, die wir heute gehört haben, haben mich tief beeindruckt. Sie zeigen, wie viel Mut, Entschlossenheit und Menschlichkeit in entscheidenden Momenten möglich sind“, betonte Carina Lerch, Leiterin der Abteilung Einsatz, in ihrer Ansprache. „Sie haben hingesehen und gehandelt. Damit haben Sie anderen Menschen geholfen und zugleich einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in unserer Gesellschaft geleistet. Dafür gebührt Ihnen unser besonderer Dank und unsere Anerkennung.“

Als Zeichen des Dankes überreichte die Abteilungsleiterin den Geehrten jeweils eine hochwertige Medaille und eine Urkunde. Viele der Ausgezeichneten begegneten der ihnen entgegengebrachten Anerkennung mit großer Bescheidenheit. Für sie sei es selbstverständlich gewesen zu helfen; sie würden in einer vergleichbaren Situation jederzeit wieder einschreiten.

Die Geehrten sowie die Geschehnisse, für die sie ausgezeichnet wurden, im Einzelnen:

LEBENSRETTENDE ERSTE HILFE NACH GEWALTÄTIGER AUSEINANDERSETZUNG

Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung am 9. Juli 2025 in Offenbach mit mehreren Beteiligten erlitten drei Personen Stichverletzungen und mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden. Der damalige Stadtpolizist Mario B. leistete einem der schwer verletzten Beteiligten noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes umgehend qualifizierte Erste Hilfe. Dabei gelang es ihm, die starke Blutung zu stoppen und den Verletzten bis zur weiteren medizinischen Versorgung zu stabilisieren. Sein schnelles, entschlossenes und professionelles Handeln trug wesentlich zur Versorgung des Verletzten bei und rettete ihm damit vermutlich das Leben.

BEHERZTES EINGREIFEN BEI WOHNUNGSBRAND

Am 17. Januar 2026 geriet in Bad Orb eine Wohnung in Brand. Drei Bewohner konnten durch den damals 20-jährigen Leonardo Berisha, Herrn Edmund G. und zwei weitere Ersthelfer aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Die vier Männer trugen unter anderem einen schwer verletzten Bewohner, der Verletzungen im Kopfbereich und ein zuvor bereits amputiertes Bein aufwies, aus dem Haus. Durch ihr beherztes Eingreifen konnten sie die Bewohner rechtzeitig aus der Gefahrenzone bringen und retteten ihnen damit vermutlich das Leben.

AUFMERKSAMER HINWEIS FÜHRTE ZUR FESTNAHME VON SECHS VERDÄCHTIGEN

Durch den aufmerksamen Hinweis des damals 22-jährigen Roberto D. gelang es Polizeibeamten, gleich sechs Tatverdächtige vorläufig festzunehmen. Am 27. Februar 2026 beobachtete Roberto D. in Obertshausen, wie dunkel gekleidete Personen eine Kehrmaschine über Auffahrrampen in einen Transporter luden. Er verständigte daraufhin die Polizei. Dank seiner schnellen Reaktion konnten Polizeikräfte die Tatverdächtigen in Mühlheim am Main festnehmen. Die Kehrmaschine im Wert von rund 150.000 Euro konnte dem Eigentümer wieder zurückgegeben werden.

MUTIGER EINSATZ BEI MUTMAßLICH VERSUCHTEM TÖTUNGSDELIKT

Am 28. März 2026 kam es vor einem Krankenhaus in Schlüchtern zu einem mutmaßlich versuchten Tötungsdelikt. Im Rahmen von Streitigkeiten soll der 36-jährige Beschuldigte mit einem Messer auf seine Mutter eingestochen haben. Thomas Heckel eilte der Geschädigten zu Hilfe und führte sie trotz weiterer Stichversuche durch den Beschuldigten in einen sicheren Bereich des Krankenhausgebäudes. Die Frau musste aufgrund multipler Verletzungen im Bauchraum notoperiert werden. Durch sein beherztes, entschlossenes und mutiges Eingreifen verhinderte der heute 57-jährige Ersthelfer weitere Verletzungen der Geschädigten und rettete ihr damit vermutlich das Leben.

ERSTHELFER BEFREITEN EINGEKLEMMTEN UNFALLBETEILIGTEN

Am 8. April 2026 verlor ein 63-jähriger Autofahrer auf dem Kundenparkplatz eines Einkaufsmarktes in Offenbach die Kontrolle über seinen Wagen und verursachte eine folgenschwere Kollision mit mehreren Fußgängern und Fahrzeugen. Insgesamt wurden sechs Menschen verletzt, darunter zwei schwer. Ein 58-jähriger Fußgänger wurde unter dem Unfallfahrzeug eingeklemmt, schwer verletzt und drohte zu ersticken. Peter Böhm half gemeinsam mit weiteren Ersthelfern, das Unfallfahrzeug anzuheben und den Mann zu befreien. Durch ihr umsichtiges und entschlossenes Eingreifen ermöglichten sie die Rettung des Eingeklemmten und retteten ihm damit vermutlich das Leben. Peter Böhm wurde stellvertretend für die zum Teil namentlich nicht bekannten Ersthelfer ausgezeichnet.
Ein weiterer besonderer und zugleich sehr bewegender Moment der Veranstaltung war, als sich das 58-jährige Unfallopfer persönlich bei seinem Lebensretter für dessen beherztes Eingreifen bedankte.

COURAGIERTES EINGREIFEN VERHINDERTE MÖGLICHERWEISE WEITERE STRAFTATEN

Am 24. April 2026 soll sich ein 31-jähriger Mann in einem Park in Gelnhausen zunächst zwei auf einer Parkbank sitzenden Männern genähert und im weiteren Verlauf unvermittelt mit der Faust auf einen 49-Jährigen eingeschlagen haben. Anschließend soll sich der Beschuldigte einer Heranwachsenden genähert und diese am Gesäß berührt haben.
Luca Campisi, Christian Reinhardt und Benjamin Adrian, die sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls im Park aufhielten, forderten den Beschuldigten auf, die Geschädigte in Ruhe zu lassen. Der 31-Jährige soll daraufhin auf Herrn Campisi zugegangen sein und ihm einen Kopfstoß versetzt haben. Anschließend brachten Herr Campisi, Herr Reinhardt und Herr Adrian den Beschuldigten zu Boden und hielten ihn dort bis zum Eintreffen der Polizei fest. Durch ihr couragiertes Einschreiten verhinderten sie möglicherweise weitere Straftaten.

AUFMERKSAME PASSANTEN STELLEN MUTMAßLICHEN EINBRECHER

Nachdem Herr Axel S. am 10. Juni 2026 auf einen Einbruch in ein Wohnhaus in Langen aufmerksam geworden war, umstellte er gemeinsam mit weiteren Passanten kurzerhand das Gebäude. Dadurch war der mutmaßliche Einbrecher gezwungen, bis zum Eintreffen der hinzugerufenen Polizei im Haus zu bleiben. Die Einsatzkräfte nahmen den 44-jährigen Tatverdächtigen widerstandslos vorläufig fest. Die Tatbeute hatte er in seiner Bauchtasche verstaut. Gegen den Beschuldigten wurde am Folgetag durch das Amtsgericht Darmstadt Untersuchungshaft angeordnet. Durch das aufmerksame und couragierte Einschreiten konnte somit ein mutmaßlicher Einbrecher festgenommen werden.

UNFALLFAHRZEUG GERIET IN BRAND – INSASSEN GERETTET

Christos Mitrakas und Fatih A. nahmen am 19. Juli 2026 auf der Kreisstraße 192 in Offenbach einen lauten Knall wahr. Bei der anschließenden Nachschau stellten sie fest, dass ein Fahrzeug gegen einen Baum geprallt war und unmittelbar darauf in Brand geriet. Beide eilten zur Unfallstelle und stellten fest, dass die Insassen bewusstlos waren. Sie zogen die Personen beherzt aus dem brennenden Fahrzeug und leisteten Erste Hilfe. Durch ihr schnelles und entschlossenes Handeln retteten sie den Insassen damit vermutlich das Leben.

COURAGIERTES EINGREIFEN VERHINDERT STURZ VON BRÜCKE

Am 21. August 2026 befand sich eine junge Frau in Hanau in einer emotionalen Ausnahmesituation und drohte, von einer Brücke auf eine vielbefahrene, mehrspurige Straße zu stürzen. Dabei geriet sie in Richtung des Abgrunds. Polizeibeamte sowie der zufällig vorbeikommende Michael Josef Nowroth und sein Arbeitskollege griffen beherzt ein. Gemeinsam gelang es ihnen, die junge Frau im letzten Moment festzuhalten und dadurch einen Sturz von der Brücke zu verhindern. Durch ihr couragiertes und entschlossenes Eingreifen haben Herr Nowroth und sein Arbeitskollege vermutlich maßgeblich dazu beigetragen, das Leben der jungen Frau zu retten.

Für ihr couragiertes Einschreiten gebühren allen Geehrten der ausdrückliche Dank und höchste Anerkennung.

Hinweis: Dieser Meldung ist ein Bild beigefügt (Quelle: Polizeipräsidium Südosthessen)

Offenbach, 19.09.2026, Pressestelle, Christopher Leidner

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