Mittelhessen: Polizei Mittelhessen fördert Zusammenarbeit im Umgang mit Menschen mit Hinlauftendenz
Giessen (ots) –
Rund 120 Fachleute aus dem Bereich der Pflegeeinrichtungen sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Behörden nahmen am 20. April an einer wichtigen Fachveranstaltung zum Thema „Umgang mit Menschen mit Hinlauftendenz – Prävention, Verantwortung und Zusammenarbeit“ in Gießen teil. Die Hinlauftendenz (engl. wandering) ist eine der häufigsten Verhaltensweisen bei Demenzerkrankungen wie Alzheimer und beschreibt einen scheinbar plötzlich auftretenden Bewegungsdrang Betroffener. Diese finden krankheitsbedingt oftmals den Weg zum Ausgangspunkt nicht mehr wieder und werden durch Angehörige oder Pflegeeinrichtungen bei der Polizei als vermisst gemeldet.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Polizeipräsidium Mittelhessen in Kooperation mit dem Hessischen Amt für Versorgung und Soziales Gießen. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen der Polizei, Pflegeeinrichtungen und anderen relevanten Institutionen in Fällen von als vermisst gemeldeten demenziell erkrankten Menschen zu stärken.
Intensive Zusammenarbeit und wertvoller Austausch
Eingeladen waren die Leitungskräfte der Pflegeeinrichtungen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen. „Im Falle von Vermisstenmeldungen ist ein enger Austausch mit Pflegeeinrichtungen, Angehörigen sowie anderen Behörden entscheidend, um die Menschen mit Hinlauftendenzen frühestmöglich unversehrt aufzufinden und in die Obhut vertrauter Menschen zu übergeben“, betonte Polizeipräsident Herr Krückemeier in seiner Begrüßung. Der intensive Dialog und die fachliche Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen stehen im Mittelpunkt der polizeilichen Arbeit, gerade wenn es um den Umgang mit vulnerablen Personen geht.
Fachliche Impulse und praxisorientierte Lösungsansätze
Nach der Begrüßung folgte ein Fachvortrag des Hessischen Amts für Versorgung und Soziales. Frau Beger-Schmitz und Herr Neumann-Parsch beleuchteten die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie praxisnahe Unterstützungsangebote für Pflegeeinrichtungen. Neben der rechtlichen Perspektive wurden auch konkrete Fallbeispiele vorgestellt, die den Umgang mit vermissten und demenziell erkrankten Personen thematisierten.
Im Anschluss erläuterte Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Thorsten Hahn in seinem Vortrag die polizeilichen Maßnahmen im Umgang mit Vermisstenfällen. Der Fokus lag dabei auf der engen Zusammenarbeit zwischen Polizei, Pflegeeinrichtungen und weiteren Behörden. „Nur durch ein gemeinsames Handeln können wir sicherstellen, dass Betroffenen und deren Angehörigen schnell und effektiv geholfen wird“, erklärte EPHK Hahn.
Praktische Unterstützung für Angehörige
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des von der Polizei Hessen entwickelten Flyers, der Angehörigen von vermissten Personen wichtige Hinweise und Informationen bietet. Der Flyer wird ebenfalls allen Kolleginnen und Kollegen sowie den
Fachkräften in den Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt.
Fazit: Gemeinsam stark für die Gesellschaft
Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen der Polizei, Pflegeeinrichtungen und anderen Behörden ist. Nur durch diesen intensiven Austausch können wir sicherstellen, dass alle Teile der Gesellschaft die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. „Die Polizei ist permanent im Einsatz für die Sicherheit und versteht sich dabei als Partner der Gesellschaft stets an der Seite der Menschen“, so Polizeipräsident Krückemeier abschließend.
Friederike Morello, Pressesprecherin
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Quelle: ots
