POL-OH: Polizei und Zoll kontrollieren 24 Stunden in Kirchheim – Sieben Tonnen Feuerwerkskörper unzureichend gesichert – Zwölf Hundewelpen entdeckt
Osthesssen (ots) –
Kirchheim. Von Mittwoch (28.10.) bis Donnerstag (29.10.) führte die osthessische Polizei im Bereich der alten Autobahnmeisterei in Kirchheim eine 24-stündige Kontrollmaßnahme durch. Unterstützt wurden die hessischen Einsatzkräfte zudem von Kräften des Zolls sowie Polizeikräften aus Thüringen und Bayern.
Die Kontrollen konzentrierten sich auf drei Bereiche: den Schwerlastverkehr, Kleintransporter sowie die Schleierfahndung. Ziel der Maßnahme war es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu überprüfen und grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen.
Schwerlastverkehr: Sieben Tonnen Feuerwerkskörper unzureichend gesichert
Im Bereich des Schwerlastverkehrs waren Einsatzkräfte der Polizeipräsidien Osthessen und Mittelhessen sowie Polizeikräfte aus Thüringen und Bayern beteiligt. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Ladungssicherung, die Einhaltung zulässiger Fahrzeuggewichte und Abmessungen sowie der technische Zustand der Fahrzeuge.
Ein besonderes Augenmerk galt einem Gliederzug aus dem Landkreis Diepholz in Niedersachsen, der mit rund sieben Tonnen Feuerwerkskörpern beladen war. Bei der Kontrolle stellten die Einsatzkräfte erhebliche Mängel bei der Ladungssicherung fest. Aufgrund teilweise massiver Ladelücken und einer unzureichenden Sicherung war die Ladung bereits verrutscht. Die Feuerwerkskörper ließen sich mit geringem Kraftaufwand auf der Ladefläche bewegen. Dadurch bestand die Gefahr einer weiteren Verlagerung der Ladung und einer möglichen Freisetzung gefährlicher Stoffe.
Erst nachdem die Ladung mit geeigneten Sicherungsmitteln ordnungsgemäß nachgesichert worden war, durfte der Gliederzug seine Fahrt fortsetzen.
Kleintransporter aus ganz Europa im Fokus
Kleintransporter stellten für die Polizeikräfte und die Kontrolleinheit Verkehrswege des Zolls einen weiteren Kontrollschwerpunkt dar. Neben der Überprüfung der Fahrzeuge und der Einhaltung geltender Vorschriften kontrollierten sie auch die Fahrtüchtigkeit der Fahrer. Dabei wurden insbesondere mögliche Beeinträchtigungen durch Alkohol oder Drogen in den Blick genommen.
Da bei einem Fahrzeugführer der Verdacht bestand, unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln am Straßenverkehr teilgenommen zu haben, wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren und eine Blutentnahme angeordnet.
Schleierfahndung: Zwölf Hundewelpen entdeckt
Der dritte Kontrollbereich umfasste verdachtsunabhängige Kontrollen im Rahmen der Schleierfahndung auf Grundlage des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG).
Unterstützt wurden die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Osthessen dabei von Polizeikräften aus Thüringen.
Einen besonderen Fund machten die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten bei der Kontrolle eines ungarischen Gespanns – bestehend aus einem Auto und einem Pferdeanhänger – an der Bundesautobahn 5 im Bereich der Rastanlage Rimberg. Auf dem Anhänger entdeckten sie zwölf Mischlingswelpen.
Für die Tiere konnten nach bisherigem Kenntnisstand keine entsprechenden Papiere oder erforderlichen Genehmigungen vorgelegt werden, weshalb sich der Verdacht eines illegalen Tierhandels ergab. Daraufhin wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und das zuständige Veterinäramt für die weiteren Ermittlungen hinzugezogen.
Die Welpen sollen zeitnah medizinisch untersucht und anschließend in einem nahegelegenen Tierheim untergebracht werden. Nach erster Einschätzung geht es ihnen den Umständen entsprechend gut.
Fernfahrerstammtisch Hessen: Berufsschüler erleben Kontrollen hautnah
Parallel zu den Kontrollmaßnahmen fand der Fernfahrerstammtisch Hessen statt. Hierzu verlegten 40 Schülerinnen und Schüler der Berufskraftfahrerklassen der Werner-von-Siemens-Schule aus Wetzlar ihr Klassenzimmer an die Alte Autobahnmeisterei nach Kirchheim.
Vor Ort verfolgten sie die Verkehrskontrollen aus nächster Nähe und gewannen praktische Einblicke in die Überprüfung des Schwerlastverkehrs. Der unmittelbare Austausch mit den Einsatzkräften ermöglichte es den angehenden Berufskraftfahrern, die Bedeutung der geltenden Vorschriften und deren Umsetzung im Kontrollalltag kennenzulernen.
Außerdem boten ihnen die praktischen Erfahrungen einen wertvollen Einblick in die Anforderungen und die Verantwortung ihres zukünftigen Berufs.
Bilanz der 24-Stunden-Kontrolle
Im gesamten Kontrollzeitraum überprüften die Einsatzkräfte 110 Kraftfahrzeuge und 125 Personen. In den drei Kontrollbereichen wurde eine Vielzahl von Verstößen festgestellt.
Abhängig von Art und Schwere der festgestellten Verstöße leiteten die Einsatzkräfte Ordnungswidrigkeitenverfahren ein oder fertigten entsprechende Strafanzeigen. Neun Fahrzeugen wurde die Weiterfahrt, unter anderem aufgrund erheblicher Mängel, die eine sichere Weiterfahrt nicht zuließen, zunächst untersagt.
„Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung gezielter Verkehrskontrollen und einer engen Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und Bundesländer. Durch das gemeinsame Vorgehen wurden Verstöße aufgedeckt, Gefahren erkannt und Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit getroffen.“, so Polizeioberrat Jürgen Gleitsmann, Leiter der Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste.
(Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste)
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Quelle: ots
